9. Fachtagung, 2005 in Hamburg

Informations- und Kommunikationsmanagement in Umwelt- und Abfallwirtschaft

Auf Kurs mit der „MS ak dmaw“: Von Frachten, Kosten und Europa … heute und nach 2005

25. und 26. Januar 2005, Hamburg

Auch in Hamburg haben sich wieder 80 Gäste und Vortragende zu unserer – wir danken den sehr positiven Manöverkritiken der Gäste sehr – thematisch hervoragend komponierten – Fachtagung im Umfeld von Abfallwirtschaft und Datenmanagement eingefunden.

Ein Dank an das Team des Radisson SAS für die prima Organisation des Rahmens.
In Hamburg scheint die Sonne über dem ak dmaw!

Ein Dank auch an alle Vortragende für die seitens der Gäste hoch gelobten Vorträge und das Auditorium für die angeregten, und spannenden Diskussionen, die teilweise die Gemüter hochkochen ließen…es war wieder mal viel zu wenig Zeit für Diskussionen, so viele Gäste…Wir sehen das gespalten: Einerseits: Schade, da das Zeitmanagement und die letzten Vortragenden der Blöcke darunter gelitten haben, wir versuchen, besser zu werden…aber Andererseits: Hurra, das die Themen Anlass zu so viel Diskussion boten, denn das ist das Ziel eines Kommunikationsforums: Wissensmanagement durch Erfahrungsaustausch statt durch Maschinen!

Ein Verzeichnis der Fachbeiträge mit der Möglichkeit für unsere Gäste, die Manuskripte als pdfs herunterzuladen (Passwort erforderlich) steht unten. Bei Interesse von „Nicht-Teilnehmern“ an einzelnen Tagungsbeiträgen oder dem gesamten Manuskript wenden Sie sich bitte an den ak dmaw, Herrn Achim Birr unter 0241 / 93870-22 oder per Mail.

Auswertung der Fragebögen

Unsere Gäste gaben uns Noten, wir schließen: die Tagung kann sich sehen lassen. Auf einer Skala sehr gut (1), gut (2), zufriedenstellend (3), schlecht (4) erhielten wir einen glatten Durchschnitt von 1,5. Das macht uns stolz.

Anders stellt die (zwar ungeplante aber überwältigende) Bewertung der Deutschen Abfallwirtschaft im Vergleich zu Österreich dar: Gastkommentare wie Österreich gefällt mir sehr gut – vor allem die pragmatische und zielorientierte Vorgehensweise bei der Einführung bzw. dem Vorantreiben schlanker, zentral gesteuerter Verfahren zum Wohle des Landes; für nächste Tagung: Abfallwirtschaft in Österreich als eigener Block; Österreich doppelte Redezeit, und der häufige Wunsch, unsere nächste Tagung in Wien zu veranstalten sind selbstredend.

Weitere Kommentare zu Vorträgen, Rahmenprogramm und und Organisation haben wir kursiv in die Nachschau eingebettet.

Unsere Belohnung für die Abgabe des ausgefüllten Frageboges kam an…und hilft, so die renommierten Fachzeitschrift „Nature“ und weitere Quellen (Internetsuche: Jonglieren + Gehirn), die das Unglaubliche dokumentieren:

Jonglieren kann bei Erwachsenen-Gehirnen zu verstärkter Hirntätigkeit und Neubildung grauer Zellen führen… nach drei Monaten des Jonglierens vergrößern sich bestimmte Hirnregionen, zeigt die Magnet-Resonanz-Tomographie.

Abgesehen davon, dass im Alltag „Pausen“ eine notwendige Erholung bieten (durch den Abbau von Unruhe und Stress), fördert Jonglieren die Konzentration, Gedächnisfähigkeit und Entspannung, die Beweglichkeit und Ausdauer, die Koordination und Wahrnehmung, die Ich-Kompetenz und die Interaktion, es verbessert die Merkfähigkeit beim Erlernen von Sprachen (XML?), es stärkt die Muskulatur von Oberarm, Rücken und Brust und last but not least: es wirkt positiv auf die Sehmuskeln!

Jedoch gilt es: Am Ball bleiben, sonst ist alles dahin … also wieder „normal“ und geschrumpft

Ein positives Resumée trauen wir uns, angelehnt an sehr viele Kommentare der Art: Sehr gut! Guter Standort, gute Verkehrsverbindung, gutes Hotel, sehr gelungene Organisation, super Themenmix, entspannte Athmosphäre etc. zu ziehen.

Dabei möchten wir aber nicht die kritischen Mitteilungen vernachlässigen: Zeitmanagement verbesserungswürdig, mehr aus der Praxis berichten, wieder mehr „Kultur“, zu wenig Kekse, Klimaanlage zu kalt, mehr weibliche Vortragende, Bei dem maritimen Motto fehlte im Rahmen der Bezug (Anm. der Red.: Wir fanden schon, dass es teilweise ganz gehörig windete und schwankte und uns manche argumentative Welle ins Gemüt schlug ;-)). Schwierig wird das sicherlich beim Themenmix, denn was den einen zu viel, davon gabs für die anderen zu wenig…Bei unserer 10 Fachtagung werden wir versuchen, Ihren Wünschen so weit wie möglich zu entsprechen.

Unsere kleine Tagungsnachschau

Treffender als unsere Referenten und Gäste konnte man es kaum sagen!

Abfallwirtschaft nach 2005:

Wie sieht die operative Abfallwirtschaft den „Wendepunkt“ 2005? „Die TaSi sollte die Umwelt schützen, jetzt werden Mio Tonnen Abfall verbrannt…Wen wundert es da, dass den 1.6.2005 keiner so ernst nimmt…“ Was passiert aber am 1.6.2005 mit der Deponierung? Stellen wir ein Schild an die Deponie: „Ab heute geschlossen“? Oder „Geöffnet nur für Profilierungsmaßnahmen“. Für die nächste Tagung wünscht sich ein Gast: Wie geht es nach 2005 weiter mit der Abfallbeseitigung? Alles wieder in eine Tonne“?! Abfall ist einfach „unbeschreiblich“, eigentlich gänzlich ungeeignet für verfahrenstechnische Behandlung, aber bilanzieren können wir Ihn sehr sauber…wer sagt das unseren Planern mal? Ein Frage kam der Red. beim Thema Leit(d?)technik auf dem Komposthaufen in den Sinn: Ist profibus-gesteuerte Saugbelüfung deckungsbeitragfördernd bei der Miete?…Der Deckungsbeitrag leitet über in das Thema

Kostenrechnung:

Der Plan ist immer richtig, die Wirklichkeit hat sich geirrt…

Partnerschaft ist, wenn
der Partner schafft…

Zu Lachen gab es viel, auch wenn es zum Heulen wäre, auch die Vortragenden im Bereich der so trocken gedachten ‚Kostenrechnung ‚verstanden es, Ihre Themen so charmant und „komisch“ zu verpacken…das vieles ankam! Konzentrieren Sie sich auf den Deckungsbeitrag, Gewinne erzielt man nicht nur durch sparen im Einkauf, vielmehr durch die Erhöhung der Effizienz! Hoffentlich haben das viele verstanden, so ein Gastkommentar Nicht das Müllauto verdiene Geld, sondern der Auftrag…unten gibt es Widerspruch Man sieht dem Besen nicht an, ob er gewerblich oder hoheitlich arbeiten = ein haariges Thema Erzeuger, packt den Abfall in den Materialstamm! Dann arbeiten Controllung und Abfallwirtschaft endlich mal zusammen… Und wenn die Auftragsdaten der GMA beim Entsorger automatisch vom Auto in die Zentrale in die Faktura gehen, dann „verdient doch fast das Auto Geld!“ Doch eine Frage mussten sich alle Kostenrechner gefallen lassen: Was kostet eigentlich Kostenrechnung?

Im Zuge der Diskussionen unterbreitet Herr Dr. Jess von der SBB allen Teilnehmern das Angebot, Interessantes zu obigen Themen aus dem Leitfaden „Flusskostenrechnung als Erweiterung der betrieblichen Abfallbilanz“ zu ziehen. Dankeschön!

Logistik

Auch das Thema Logistik wurden von Kosten und deren Einsparungen geprägt: Mit voll-mobilen Telematiksystemen kann der Fahrer heute datenbruchfrei seinen Auftrag vom heimischen Sofa aus bearbeiten. Endlich auch nach Feierabend arbeiten! Und seine Aufträge an noch fahrende Kollegen weiterschieben…das wird auch immer nötiger, da technikbasierte Effizienzmaßnahmen zur fortschreitenden „Verschlankung von Unternehmen“ führen, und was das heißt, weiß Peter H. der Vierte am besten. Und Fahrer werden immer transparenter, verspricht aktuelle Fahrzeugtechnik: Die Fahr-, Brems- und Stehzeit werden vollständig und unter Einbeziehung der Routeninformation analysiert. Konsequenz: wer bremst , verliert! Ein Gastkommentar zum Block Logistik: Jeder kocht sein eigenes Süppchen, da er der Auffassung ist, dass der Markt keine Lösung bietet. Warum eigentlich? Das sollte zu denken geben…

Weiter geht es mit dem Block Neues aus der EU, denn jetzt „drohte“ zunächst das Abendprogramm – mit viel zu wenig Zeit für die auffrischende Toilette, das sollten wir doch bitte in Zukunft berücksichtigen – ging es dann in Hamburgs finstere Vergangenheit, in die Zeiten der Inquisition und des großen Hamburger Brandes, die Zeit der Vitalienbrüder und Klausi Störtebeker, den vor der Enthauptung zu retten auch den den tapferen Piraten der FT9 mit Ihren markerschütternden Schlachtrufen nicht gelang. Ausgelassen wurde im Dungeon dann doch die grausame Zeit der aktuellen Politik, auch im Dungeon werden eben Grenzen des Erträglichen eingehalten…

Vom Abendprogramm in den 2. Tag

Erfrischende Impressionen im Hamburg Dungeon ließen uns spüren, wie in Zukunft die Mißachtung des Zeitmanagements, das Überziehen von Vortragslängen und exzessive Produktwerbung bei unseren Fachtagungen geahndet wird.

Die Verurteilung durch die Heilige Inquisition erwischte so manche(n) ganz unerwartet…unerwartet für die anderen…für sich selbst wird es jeder schon gewußt haben, warum…:-). Waren es Schlemmerei, falsch Zeugnis oder doch nur zurückgehaltene Fragen bei der Diskussion?

Der Schlachtruf der Piraten Störtebeker’s „Bier her“ war kaum verhallt…schon nahte durch zarte Maid mit 30 Krügen auf einem Arm der Piratentrank…

Dem Groninger Brauhaus ein großes Lob für super Service und leckeres Essen!

Nach entspanntem Fußweg durch das leergefegte Hamburg konnten wir Im ‚Top of Town‘ des Radisson 109 m über Hamburg den schönen Abend bei coolen Cocktails ausklingen lassen. Wir hoffen, dass keiner sich den Abend substanziell durch den Kopf gehen lassen musste….

Am morgen des zweiten Tages ging es gleich spannend und voll besetzt – ein Gütezeichen für die Getränke des vorigen Abends – weiter.

Neues aus der EU

Bei 20 Amtssprachen in der EU (+Bayrisch und Österreichisch) erlaubten wir uns einen Exkurs in das Thema Sprache und Medialität. Ein historisches Medium war ein solches, wenn es transportierte, auch die Eisenbahn. Laut Dr. Schneider „macht“ aber ein Medium sogar Sinn. So auch das Medium Sprache, es prägt den Sinn mit. Face to face gegenüber E-Mail: scheinbar identischer Inhalt kommt unterschiedlich an, und das schon bei gleicher Landessprache…Viele Gäste fanden den Exkurs in Richtung Kommunikation … super, davon bitte mehr.

Sprachliche Abweichung bei der Reglementierung der Abfallbenennung brachten Deutschland seitens der EU sogar schon Vertragsverletzungs-verfahren ein. Was kommt aber nun wirklich nach 2005, versuchte das BMU zu erläutern? Erst ändern wir die bestehenden Abfallbegriffe, das hilft schonmal. Ansonsten war alles klar: .2006, 2007, 2009….bis 2020, dann ist endgültig Schluss. Womit aber? Doch nicht unserer geliebten Deponie, oder? Gaststimmen: das verheißt nichts Gutes; hoch interessant und mit Folgen für Abläufe und DV-Lösungen…

„Kommuniziert“ wird unser Abfall bald per OSCI, welches ’symmetrische Schlüssel asymmetrisch verschlüsselt‘, ein gänzlich neues Verfahren zu Abfallbeseitigung.

Gastkommentare zum nächsten Beitrag: Was die EU so alles regelt, kann kaum einer sich vorstellen. Es sei die Frage erlaubt, warum es eigentlich noch nationale Parlamente gibt…? Gastkommentare: Unglaublich, womit sich die gesetzlichen Vertreter beschäftigen und Zeit und Geld verbraten!

Die EU ist schon ein seltsames Wesen.

Sehr interessant und gut rübergebrachte Vorträge, jetzt wissen wir, was auf uns noch alles zukommt.

Nachdem Österreich sich schon zuvor in den Diskussionen sehr vielbeachtet und sprachlich diszipliniert positioniert hat, gelang es Herrn Mochty vom Lebensministerium in der Kürze der 30 Minuten, Deutschland einen pefekten Einblick in die Einfachheit des funktionierenden Österreichischen Kommunikationsmodels zu präsentieren. Die Hauptarbeit bei der Umsetzung von EUDIN: das Formular versteh’n“. Zum Vergleich A/D.

Warum muss eigentlich alles neu erfunden werden, wenn es doch in Bayern funktioniert war die Kernaussage des folgenden Beitrags zum Thema ENBEX. Fürwahr: Gilt dem Bund Bayern nicht als Deutsches Bundesland? Na denn: frisch in die Kooperation mit Österreich.

Die Frage Ihres Vortagstitels: Überholt uns der Osten? wußte Frau Müller aufgrund der gebotenen Kürze Ihres mit Spannung erwarteten Vortags kurz und gut mit: ‚Ja, sonst noch Fragen?‘ zu beantworten…Sofia fängt bald schon an mit digitalen EN/BS und das alle verbunden mit der qualifizierten elektronischen Signatur. Geht doch!

Einen Block kombiniert aus Themen „nach 2005“ und „Neues aus der EU“ müssen wir in der nächsten Tagung wieder aufnehmen, so einheitlich das faszinierte Publikum.

Achtung! Unten stehende Hyperlinks öffnen die Dokumente als pdf Files. Bitte ziehen Sie ins Kalkül, dass einige Files auch größer sind und somit längere Öffnungszeiten erforderlich sind (wünschen wir uns längere Öffnungszeiten nicht schon lange? Jetzt haben wir Sie). Aber Ihre Geduld wird sich lohnen. Aus den pdfs zurück bitte mit Ihren „ZurückPfeil“ im Browser.

Download

Verzeichnis der Fachbeiträge

Was kommt nach 2005?…

  • Ist der 01.06.2005 wirklich ein Wendepunkt in der Abfallwirtschaft?
    Dr. Rüdiger Siechau, Stadtreinigung Hamburg + VKS im VKU
  • Bilanzierung abfallwirtschaftlicher Anlagen: Vom Stiefkind zum Kernthema der Abfallwirtschaft
    Dr. Bertram Zwisele, Argus Informationssysteme GmbH
  • Datenmanagement biologischer Abfallbehandlungsanlagen – wieviel High-Tech braucht der Komposthaufen?
    Holm Friedrich, Dr. Joachim Dach, Björnsen Beratende Ingenieure

Kostenrechnung in der Abfallwirtschaft

  • Zielsetzung der Kostenrechnung in der Abfallwirtschaft
    Gerhard Baumeister, tegos b.i. GmbH
  • Kostenrechnung: Anforderungen und Umsetzung bei der Abfallerzeugung und der gewerblichen Entsorgung
    Stephan Pawlytsch, TechniData AG
  • Kostenrechnung, Praxis in der kommunalen Abfallwirtschaft
    Holger Jönsson, Stadtreinigung Hamburg
  • Integriertes Rechnungswesenkonzept der Lobbe Gruppe Deutschland
    Roland Vogel, Lobbe Deutschland GmbH & Co KG
  • Telematik und Kostenrechnung
    Rudi Kramer, GMA

Logistik

  • Datenaustausch zwischen Einsatzfahrzeugen und Offices – Technische Betrachtung; welche Möglichkeiten der Anbieterwahl ergeben sich
    Hartmut Möllmann, IFEU gGmbH (Vortrag entfiel, Manuskript liegt vor)
  • Mobiles Auftragsmanagement als integrierte Lösung in Speditions- und Entsorgungsbetrieben
    Dr. Norbert Klaff, SOPTIM AG, Josef Bielefeld, TIS GmbH
  • Modernes Flottenmanagement
    Gisbert Meistermann, DaimlerChrysler Services Fleetboard GmbH

Neues in und aus der EU

  • Die Grenzen der „Kommunikation“: Sprache als Medium
    Dr. Jan Schneider, Institut für Sprach- und Kommunikationswissenschaft der RWTH Aachen
  • „Bericht aus Brüssel“: Neues aus der EU
    Olaf Wendler, BSR
  • Formalisierte Überwachung mittels Nachweisen und Registern(Text) (+ Präsentation)
    Günter Stöhr, BMU – Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit
  • OSCI: Voraussetzung sicherer elektronischer Kommunikation mit der öffentlichen Verwaltung
    Dr. Holger Kaufmann, bremen online services
  • Die EUDIN Schnittstelle: Entwurf des Europäischen Datenmodells für das elektronische Datenmanagement in der Abfallwirtschaft (EDM)
    Franz Mochty, Lebensministerium (Österreich)
  • Praxisberichte aus der Welt des Dokumentenaustauschs
    Jörg Lorenz, IT IS AG
  • Überholt uns der Osten? Digitale Überwachung der Abfallentsorgung in Bulgarien
    Ute Müller, ITU GmbH

Leitung, Moderation und Organisation: Achim Birr

Sie waren nicht auf der Tagung, sind aber an einzelnen oder allen Fachbeiträgen interessiert?
Wenden Sie sich gerne an den ak dmaw, Herrn Achim Birr unter +49 (0) 241 3870-22 oder per Mail.

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